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Die BMK von Außen Schulalltag an der BMK Kunstunterricht Unterricht

Medienschule

Projekt “Lost in Translation” in Plymouth

Gangs in Plymouth

Zwei Novemberwochen lang mischten sie sich für unser erstes Austauschprojekt mit dem Plymouth College of Art (PCA) vor Ort in Plymouth unter die Art-, Design- und Media-Student*innen Charlene Stell, Hikomaru Giordano, Ismail Kilic, Katharina Prahl, Luisa Ziegenhagen, Inga Bielska, Katarzyna Kubiak, Katharina Schuldig, Liza-Marie Tangemann, Nick Frank, Oliver Jass und Sophie Müller aus unseren Berufsfachschulklassen. Ihre Lehrerinnen Ines Meyer und Katrin Bohl waren dabei und berichten.

 

Schon wieder eine Baustelle. Plymouths City Centre befindet sich im Umbruch. Halb verfallene Gebäude werden abgerissen, Schneisen in Richtung Ozean freigelegt, neue Klötze errichtet. Die Fußgängerzone, nach dem Blitzkrieg ehrgeizig als neues Paris angedacht (breite Boulevards! Viel Licht!), sieht aus wie Steilshoop bei Dauerregen. Ein Billigheimer reiht sich an den nächsten. Auf der ehemaligen Partymeile Union Street säumen grandiose Art-Deko-Theater, Nachtclubs und Pubs die Straße. Viele dieser Läden sind verlassen, vernagelt und verrammelt. Ganz schön trostlos hier.

Zum Glück ist das Meer nie weit und Plymouth ist eine auffallend junge Stadt. Bunthaarige Flipflopträger*innen blenden das nasskalte Wetter aus und verzieren die Student*innenstadt mit Graffiti, Wandgemälden und schrillen Veranstaltungsplakaten. Allein das Plymouth College of Art (PCA) besuchen um die 2000 Art-, Design- und Media-Student*innen. Auf dem kleinen Pre-Degree-Campus unseres Gastgebers PCA im Hafenviertel Barbican wuseln gut 250 Jugendliche herum.

Unser Programm hat es in sich: Nach den Getting-to-know-you-Games steht eine alternative Walking Tour mit unseren Kursleitern Neil Rose und Johnny Smeaton an. Erster Auftrag: Fotografieren! Filmen! Footage sammeln! Denn das Programm ist pickepackevoll. Wir lernen in Animations- und Pixilation-Workshops, wie man Objekte und Subjekte mit Stop-Motion-Effekten verfremdet, gifs baut und Filme schneidet. Neil ist Spezialist für Sonic Arts und zeigt uns, wie man Geräusche und Ton auf ein Video legt. Bald schleichen bmk-Schüler*innen mit Puschel-Mikrofonen und Kameras auf Steuerrädern durch die Stadt. Die Plymothians sind den Anblick schräger Vögel gewohnt und zucken nicht mal mit der Wimper, wenn man wie ein Idiot durch die Läden stolpert. 

Diese Freiheit ist wunderbar: Wir sprechen hemmungslos fremde Menschen an, fragen sie, ob wir sie filmen, fotografieren, interviewen dürfen und kommen überall ins Gespräch. Ines, Bryan (ein Student aus Gibraltar) und ich landen während unserer Street-Art-Safari in einem ehemaligen Nachtclub, der in einen sozialen Showroom umgewandelt wurde und trinken dort eritreischen Kaffee aus Bongs mit Wildschweinborsten, Popcorn und Weihrauch. Charlene, Kasha und Liza produzieren Interviews mit Shop Assistants, die wegen der Wirtschaftsflaute viel Zeit haben, Ismail, Katharina und Hiko lassen sich in ihrem Stop-Motion-Film von einem Stuhl verfolgen, Kathi, Lulu, Sophie und Inga animieren Silberschuhe, Nick mischt sich unter die Skaterszene und Oli darf am letzten Abend seine Musik in The Factory auflegen. Unsere „Bananas“ fügen sich bestens in die Kunstszene ein, allzeit begleitet und beraten von Neil und Johnny, die uns geduldig jeden Wunsch von den Lippen ablesen und uns Tipps für abgefahrene Performances, Vernissagen und Restaurants geben (mit Dingen auf der Speisekarte, die ich nicht mal auf Deutsch kenne – ob Ines wohl noch Veganerin ist?). So werden sie uns natürlich nie wieder los, und der eine oder die andere überlegt, nach Beendigung der Ausbildung für ein kostenloses Foundation Year ans PCA zurückzukehren. (Bohl, Meyer)

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